AKADÄMLICH – DAS IST AN UNSERERN HOCHSCHULEN LOS Lesung mit Prof. Zümrüt Gülbay-Peischard

Am Freitag, 21. November, um 19.30 Uhr findet in der Stadtbücherei eine Lesung mit der Juristin Zümrüt Gülbay-Peischard statt. Unter dem Titel „Akadämlich – Das ist an unseren Hochschulen los“ spricht die Professorin über Missstände und Entwicklungen im deutschen Hochschulsystem.

Zümrüt Gülbay-Peischard stammt aus einer türkischen Einwandererfamilie. Ihr Abitur legte sie als Jahrgangsbeste ab, mit 28 Jahren wurde sie Deutschlands jüngste Jura-Professorin. Zümrüt Gülbay-Peischard bezeichnet sich selbst als „mediterrane Preußin“, die sowohl pünktlich, fleißig, zuverlässig als auch gesellig und gemütlich sei. Als Ort für ihre Professur hat sie sich bewusst die Hochschule Anhalt in Bernburg (Saale) ausgesucht. Der Grund: die Menschen in Sachsen-Anhalt sollten nicht nur lernen, mit weiblicher Autorität umzugehen, sondern auch, dass auch türkisch-stämmige Frauen Professorinnen sein können.

In ihrem aktuellen Buch „Akadämlich: Warum die angebliche Bildungselite unsere Zukunft verspielt“ sorgt sie sich um die Generation Z, also die Jahrgänge von 1995 bis 2010: Kaum ein Satz ohne Rechtschreibfehler, aber am liebsten morgen schon einen gut bezahlten Job in der freien Wirtschaft – so beschreibt sie die Haltung vieler Studierender. Zu jedem Thema habe diese Elite eine Meinung, doch Kritik an sich selbst werde als Majestätsbeleidung empfunden. Junge Menschen aus wohlstandsverwöhnten Generationen erwarteten, dass ihnen alles auf dem Silbertablett serviert werde; von Leistungs- und Leidensbereitschaft hätten sie nie etwas gehört. Die Generation Z habe sogar das Lernen verlernt – oder gar nicht erst gelernt, so Zümrüt Gülbay-Peischard.

Hochschulen seien immer weniger in der Lage, die dringend benötigten Topkräfte für den Arbeitsmarkt auszubilden. Die Ignoranz und Lethargie vieler Studierender empfinde sie als geradezu unanständig.

Der Eintritt beträgt EUR 8,-. Die Veranstalter Stadtbücherei und Vhs bitten um Anmeldung.

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